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Pädagogik & Soziales

Katharina Lorber

Erziehung und Bildung von Kleinstkindern

Geschichte und Konzepte

ISBN: 978-3-8366-6873-6

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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 11.2008
AuflagenNr.: 1
Seiten: 132
Abb.: 12
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die politische Förderung öffentlicher Betreuungsangebote für Kinder unter drei Jahren wird vor allem hinsichtlich der Finanzierbarkeit, jedoch überwiegend mit dem Fokus auf die gesellschaftlicher Bedeutung außerfamiliärer Kinderbetreuung diskutiert. Dieses Buch möchte einen Beitrag zur Diskussion der öffentlichen Betreuung von Kindern unter drei Jahren zu leisten. In Anerkennung der historischen und gesellschaftlichen Entwicklung soll das Verständnis frühpädagogischer Qualität nicht auf die Rahmenbedingungen beschränkt bleiben, sondern der Blick auf die theoretischen und praktischen Gestaltungsmöglichkeiten einer Bildung von Geburt an gelenkt werden.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 5, Pädagogische Konzepte für Null- bis Dreijährige: Das in den 70er Jahren vor allem durch Elterninitiativen angeregte Interesse für alternative Erziehungskonzepte im privaten und öffentlichen Bereich und die fehlende Integration ins Bildungssystem ermöglichte eine sich ständig in Bewegung befindliche konzeptionelle Vielfalt vor allem im Kindergartenbereich. Montessori-Pädagogik, Wald-Kindergärten und Waldorf-Pädagogik sind einige Beispiele, die sich in der Kindergartenlandschaft Deutschlands immer weiter etablieren. Einrichtungen, die Kinder unter drei Jahren betreuen, basteln sich ihre Konzeption häufig aus den für ältere Kinder entwickelten Ideen zusammen, wie eine Durchsicht von Internetauftritten von Krippen zeigt. So heißt es in der Konzeption der Kindergruppe Franz von Hahn in Gießen: Unser pädagogisches Konzept fußt auf einem humanistischen und demokratischen Menschenbild, im Zentrum der Praxis stehen der situative Ansatz und die Reggio-Pädagogik. Das Berlin-Charlottenburger Kinderland versteht sich als frühkindliche Bildungseinrichtung und […] orientiert sich nicht ausschließlich und isoliert an einer einzigen der vorhandenen allgemeinen pädagogischen Konzeptionen (u.a. Fröbel, Hoffmann, Waldorf- und Reggio-Pädagogik, Situationsansatz, usw.) allein, sondern prüft diese daraufhin, welche ihrer Elemente und Spezifika für die Bildung und Erziehung der Kinder, die unsere Einrichtung besuchen, besonders geeignet sind. Dabei spielt wohl auch die Tatsache eine Rolle, dass rein zahlenmäßig Einrichtungen, die ausschließlich Kinder zwischen null und drei Jahren betreuen weiter abnehmen und der Trend auf eine Ausdehnung altersübergreifender Einrichtungen weist. Ein Konzept stellt eine systematische Arbeitsgrundlage dar, die den Anwendern zur Selbstkontrolle ihres Handelns dient. Erziehungskonzepte müssen außerdem als lebendige Organismen verstanden werden, da sie einem ständigen Wandel unterliegen, der auf die individuellen Umsetzungen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen zurückzuführen ist. Im folgenden Kapitel werden zunächst verschiedene Konzepte dargestellt und auf die Entsprechung von Erziehungs- und Bildungsbedürfnissen von Kleinstkindern hin untersucht. Montessori-Pädagogik und Waldorf-Pädagogik sind Konzepte in reformpädagogischer Tradition. Darüber hinaus haben sowohl MONTESSORI als auch STEINER Erziehungsphilosophien entworfen, die ihre Ansätze in einen übergreifenden weltanschaulichen Zusammenhang bringen. Reggio-Pädagogik und Situationsansatz können als Erziehungskonzepte für eine Erziehung nach Auschwitz gesehen werden, die sich an Gemeinschaft, Kommunikation, dem Wert des Einzelnen und der Integration von Menschen mit Migrationshintergrund oder Behinderung orientieren. Bewegungspädagogik und Waldkindergarten sind Konzepte die versuchen, Kindern in einer modernisierten und technisierten Welt Bewegungs- und Wahrnehmungserfahrungen zu ermöglichen. EMMI PIKLERS Lóczy-Modell wurde als einziges der vorgestellten Konzepte für Kinder ab dem Säuglingsalter entwickelt und basiert auf Erkenntnissen der Bewegungsentwicklung von Kleinstkindern. Allen Konzepten gemein sind die Lebensweltorientierung und der damit verbundene Bildungsgedanke, der über die Betreuungs- und Schulvorbereitungskultur des klassischen Kindergartens hinausgeht. Kindern die Entwicklung zu seelisch und körperlich gesunden Menschen in Anerkennung ihrer entwicklungsbedingten Bedürfnisse zu ermöglichen, ist Ziel dieser Konzepte. Zwei Konzepte werden detailliert vorgestellt und durch einen Hospitationsbericht ergänzt. Dabei handelt es sich um das Konzept der Reggio-Pädagogik, das altersübergreifend ausgerichtet ist und die Ideen EMMI PIKLERS. Obwohl beides Konzepte auf Tradition sind, sind sie in Deutschland bislang nur wenig bekannt und verbreitet.

Über den Autor

Katharina Lorber, Diplom-Pädagogin, Studium der Erziehungswissenschaft und Geschichte an der Justus-Liebig-Universität Gießen. Abschluss 2008. Derzeitig tätig als Mitarbeiterin der Ernst-Ludwig-Chambré-Stiftung zu Lich. Mutter eines dreijährigen Sohnes, ehemaliges Vorstandsmitglied des Elternvereins Die Kleinen Strolche in Lich e.V., Mitglied im Verein Waldkindergarten Lich e.V.

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