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Pädagogik & Soziales

Sebastian Stark

Fußball und Koordination: Effektives Jugendtraining im Bereich der Motorik

ISBN: 978-3-8366-8352-4

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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 03.2010
AuflagenNr.: 1
Seiten: 138
Abb.: 40
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die koordinativen Fähigkeiten sind die Grundlage und Voraussetzung jeglicher Bewegung innerhalb des Fußballspiels. Je besser die Qualität der koordinativen Fähigkeiten ist, desto größer ist die fußballspezifische Leistungsfähigkeit bei gleichzeitiger Energieeinsparung. Doch wie und wann ist es sinnvoll und besonders effektiv, die Koordination zu trainieren? Dieses Buch führt in die Theorie der Motorik ein, gibt wichtige Tipps, Ratschläge und zeigt praxisnahe Trainingsformen für den Schulsport und den Vereinsfußball.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 5.4.2, Stellenwert der Schnelligkeit im Fußball: Die weiteren Teileigenschaften der Schnelligkeit lassen sich am besten erläutern, wenn man sie sportartspezifisch betrachtet. Die Schnelligkeit stellt mit ihren ganzen Teilfähigkeiten eine der wichtigsten Komponenten der fußballspezifischen Leistungsfähigkeit dar. Die Schnelligkeit entscheidet gerade im Fußball oft über Sieg oder Niederlage. Der Spieler, welcher zuerst am Ball ist, um einen Schritt schneller ist, kann das spielentscheidende Tor erzielen oder im Abwehrbereich auch verhindern. In den letzten Jahrzehnten ist eine stetige Zunahme der Spieldynamik und des Spieltempos im Seniorenfußball, aber auch im Juniorenfußball zu erkennen. Unter diesem Hintergrund wird die zunehmende Bedeutung der Schnelligkeit im Fußball klar. Die Wahrnehmungsschnelligkeit muss beim Fußballer sehr gut ausgeprägt sein. Er muss aus einer Fülle von Informationen möglichst schnell die wenigen wichtigen herausfiltern. Hierbei spielt die kognitive Leistungsfähigkeit und die damit eng gekoppelte Spielerfahrung eine große Rolle. Erfahrene und gute Spieler müssen den Ball z.B. nur kurz beobachten, um alle nötigen Informationen über die weitere Flugkurve und Geschwindigkeit zu erhalten und können sich dann sofort auf andere Schwerpunkte, wie z.B. den freien Mitspieler konzentrieren. Unter Antizipationsschnelligkeit versteht man die Fähigkeit, möglichst schnell zu wissen, wie sich eine Spielsituation mit größter Wahrscheinlichkeit entwickeln wird. Aufgrund dieser Vorausahnung hat der Fußballer dann mehr Zeit, kann sich frühzeitig in die richtige Position begeben und weitere Handlungen planen. Der daraus resultierende Zeitvorteil ist extrem wichtig für die weiteren Handlungen, die eingeleitet werden. Der verwandte Begriff der Antizipationsfähigkeit wird später bei der Koordination erneut auftauchen und dort näher beschrieben und erläutert. Nachdem die momentane Spielsituation analysiert wurde, muss nun schnell eine Entscheidung über eine bestimmte Handlung fallen. Man spricht hierbei von der Entscheidungsschnelligkeit. Der Fußballer muss dabei unter einer Vielzahl zur Auswahl stehenden Handlung entscheiden. Auch hier sind erfahrene Spieler im Vorteil. Daneben spielt aber auch die individuelle Disposition des Spieler eine große Rolle. So gibt es entscheidungsfreudige Spieler und weniger entscheidungsfreudige, was aber auch sehr gut durch Training beeinflussbar ist. Bei der Auswahl der Handlung sollte der Fußballer auch überraschende Entscheidungen treffen, um den Gegner zu verunsichern und sich so einen Vorteil zu verschaffen. Ein weiterer wichtiger Faktor, der die Leistungsfähigkeit bestimmt, ist die Reaktionsschnelligkeit. Sie beruht auf der Wahrnehmungsschnelligkeit, der Antizipationsschnelligkeit und der Entscheidungsschnelligkeit. Bisanz, Gerisch unterscheiden zwischen einfachen Reaktionen und Auswahlrektionen. Bei den einfachen Reaktionen erfolgt auf ein bestimmtes Signal eine bestimmte Reaktion. Bei Auswahlreaktionen muss auf einen Reiz aus einer Vielzahl von Reaktionsmöglichkeiten die richtige ausgewählt werden. Auf diese Reaktionsschnelligkeit wirken viele Faktoren wie z.B. das Alter, das Geschlecht, die Motivation und auch der Trainingszustand ein. Dabei ist zu beachten, dass die Reaktionszeit bei akustischen, optischen und taktilen Reizen durchaus verschieden sein kann. Der Fußballer benötigt die Reaktionsschnelligkeit vor allem bei Finten und der Reaktion darauf, bei Verfolgungen des Gegenspielers, beim Freilaufen vom Gegner oder bei unerwartet auftretenden Situationen, um nur einige zu nennen. Gerade im Fußball gibt es dauernd Signale, auf die der Spieler angemessen und schnell reagieren muss, um in Ballbesitz zu kommen oder zu bleiben. Bei zunehmender Ermüdung ist eine Abnahme der Reaktionsschnelligkeit zu beobachten, was den Zusammenhang der Ausdauer mit der Schnelligkeit sehr gut widerspiegelt. Wie in Abbildung 8 zu erkennen ist, wird die Bewegungsschnelligkeit ohne Ball in eine azyklische und eine zyklische Bewegungsschnelligkeit unterteilt. Die azyklische Bewegungsschnelligkeit wird auch als Schnelligkeit von Einzelaktionen bezeichnet. Im Fußball findet man diese Ausprägung z.B. bei Drehungen, Sprüngen, Stoppbewegungen, Richtungswechseln, Tacklings oder Körperfinten. Die zyklische Bewegungsschnelligkeit, auch Fortbewegungsschnelligkeit genannt, findet man bei verschiedenen Läufen zum Ball, Mitspieler oder Gegner, Kopfball,aber auch wenn man in den freien Raum startet und sich vom Gegner löst. Die besten Ausprägungen der Schnelligkeit nützen dem Fußballer nichts, wenn die Aktionsschnelligkeit mit Ball nicht ausreichend entwickelt ist. In der Aktionsschnelligkeit mit Ball sind die Wahrnehmungs-, Antizipations-, Entscheidungs- und Reaktionsschnelligkeit sowie Bewegungsschnelligkeit ohne Ball vereint. Hinzu kommt noch das Ballgefühl und die technischen Fertigkeiten. Im Spiel ist es sehr wichtig, den Ball bei hoher Geschwindigkeit zu kontrollieren, zu dribbeln und zielgenau zu passen. Nur so können die anderen Ausprägungen der Schnelligkeit Erfolg versprechend eingesetzt werden. Alle bisher aufgezählten Subkategorien der Schnelligkeit vereinen sich in der Handlungsschnelligkeit, die eine komplexe fußballspezifische Schnelligkeitsform darstellt. In ihr vereinen sich nicht nur die Schnelligkeitsformen, sondern auch kognitive und motorische Komponenten, sowie technisch-taktische Fähigkeiten. Dies zeigt, dass die Schnelligkeit nicht als eine ausschließlich konditionelle Fähigkeit bezeichnet werden kann.

Über den Autor

Sebastian Stark, Diplomsportlehrer, Diplomsportstudium an der Universität des Saarlandes in Saarbrücken. Abschluss 2005 als Diplomsportlehrer. Lehramtsstudium an der Universität Koblenz-Landau. Abschluss 2008 als Grund- und Hauptschullehrer. Derzeit tätig als Grundschullehrer.

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