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Pädagogik & Soziales

Stefanie Picker

Heimerziehung und Schule

Vergleich zweier Konzepte zur Heimerziehung nach § 34 SGB VIII

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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 03.2010
AuflagenNr.: 1
Seiten: 128
Abb.: 20
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die Untersuchung analysiert die unterschiedlichen Auswirkungen, die zum Schulverlauf Jugendlicher beitragen. Die Wirkung der Heimerziehung steht dabei im Vordergrund. In Form einer schriftlichen Befragung werden die Schulverläufe von Jugendlichen zweier Einrichtungen der Heimerziehung miteinander verglichen. Der Vergleich der unterschiedlichen Konzeptionen dient dazu, die Ressourcen ausfindig zu machen, die zu einem erfolgreichen Schulverlauf beitragen. Es werden dabei die unterschiedlichen Bedingungsfaktoren hinsichtlich ihrer Auswirkungen auf die schulische Sozialisation betrachtet. Die soziale Herkunft spielt eine große Rolle dabei, welche Chancen ein junger Mensch hat, eine erfolgreiche Bildungskarriere zu durchlaufen und später soziale Teilhabechancen in der Gesellschaft zu verwirklichen. Die schulische Situation gerät meist sehr schnell in den Blickpunkt, denn hier werden Fehlentwicklungen besonders augenscheinlich, obgleich die eigentlichen Ursachen in der Regel woanders liegen. Die Heimerziehung ist ein wichtiger Faktor um Hilfestellung zu leisten, Defizite des familiären Kontextes auszugleichen. Das Fachbuch richtet sich an Pädagogen, die in der Heimerziehung tätig sind, sowie an Lehrer, die Schüler unterrichten, die in Arrangements der Heimerziehung leben. Dieses Buch soll den oftmals pessimistischen Blick auf Schüler aus belasteten sozialen Kontexten relativieren. Die Untersuchung kommt zu dem Ergebnis, dass die Beziehungsarbeit mit den Jugendlichen von hoher Relevanz für deren schulischen Erfolg ist. Darüber hinaus wird zur gemeinsamen Kooperation von Jugendhilfe und Schule aufgerufen.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 4, Ressourcen, die zum Schulerfolg beitragen: In diesem Kapitel soll auf die verschiedenen Bedingungen eingegangen werden, die über einen erfolgreichen Schulverlauf entscheiden. Dabei wird zwischen familialen und schulischen Bedingungen unterschieden. Auf die personalen Bedingungen des Jugendlichen wird nicht näher eingegangen, da hier die exogenen und nicht die endogenen Einflüsse betrachtet werden. Hier sollen nun zunächst unabhängig von Besonderheiten der Erziehungssituation, die Bedingungen erläutert werden, wie sie für alle Kinder und Jugendlichen hinsichtlich ihres schulischen Erfolges bedeutsam sind. Anschließend wird darauf eingegangen, welche Bedeutung sie speziell für Kinder und Jugendliche in den Einrichtungen der Heimerziehung haben und welche Veränderungen diese Bedingungen mit dem Einzug der Kinder und Jugendlichen in die WG erfahren. 4.1,Das familiäre Umfeld: Wie bereits aus der Sozialisationsforschung bekannt, spielt das familiäre Umfeldgerade in den ersten Lebensjahren des Kindes eine bedeutende Rolle. Die Eltern und Geschwisterkinder bilden das Netzwerk der primären Sozialisation. Bei Kindern, die nicht bereits mit der Institution Kindergarten in Berührung gekommen sind, ist die Schule der erste Ort, an dem sie sich außerhalb der schützenden familiären Umgebung befinden. Das Bindungsverhältnis zu den Eltern und Geschwistern ist mit ausschlaggebend, wie das Kind auf das neue Umfeld Schule reagiert. Bei einem sicheren Bindungsverhältnis, bei dem sich das Kind der Geborgenheit und Liebe der Eltern sicher sein kann, wird es sich leichter einer neuen Umgebung wie der Schule öffnen können. Die Atmosphäre unter den Familienmitgliedern, die Wohnsituation, sowie die finanzielle Lage der Familie haben großen Einfluss auf die Lernbereitschaft und Lernfähigkeit des Kindes und Jugendlichen. Die Beziehung des Kindes zu seinen Eltern ist genauso ausschlaggebend für das familiäre Klima, wie die Erwartungen und Interaktionsformen, mit denen die Eltern ihrem Kind gegenübertreten. Man kann davon ausgehen, dass dauernde Konflikte und Gewalt innerhalb der Familie negative Auswirkungen auf den Schulerfolg des Kindes haben. Nach Hurrelmann und Wolf bilden der Erziehungsstil der Eltern, das Familienklima und das Anregungs- und Anforderungspotential der familialen Erziehung wichtige Rahmenbedingungen für die Entwicklung der Persönlichkeit und die Leistungsfähigkeit des Kindes oder Jugendlichen. Es kann angenommen werden, dass sich familiäre Probleme oft in der Weise auswirken, dass sich das Kind nicht genügend auf schulische Aufgaben konzentrieren kann. Z. B. nimmt eine Suchtproblematik eines Elternteiles oft die ganze Aufmerksamkeit des Familiensystems in Anspruch, so dass schulische Themen an Wichtigkeit verlieren und in den Hintergrund geraten. Beengter Wohnraum kann ein Grund dafür sein, weshalb Hausaufgaben nur ungenügend erledigt werden. Kinder und Jugendliche benötigen einen Rückzugsort, an dem sie sich ungestört auf schulische Aufgaben vorbereiten können. Gerade in den ersten Schuljahren fördern die Eltern durch ihr Interesse für die Schule und ihre Unterstützung bei der Hausaufgabenerledingung wesentlich und auch nachhaltig die Entwicklung einer Lern- und Leistungsbereitschaft bei ihrem Kind. Andernfalls fehlen später solche Einstellungen oder sind verkümmert. Eine übermäßig intensive Beaufsichtigung der Hausaufgaben kann sich andererseits auch negativ auf die weitere Entwicklung der Schülerleistungen auswirken, insbesondere wenn sie mit häufigen Sanktionen verbunden wird und das Kind demotiviert und bevormundet. Die finanzielle Lage der Familie entscheidet maßgeblich darüber, welche Möglichkeiten Eltern haben, ihre Kinder bei Lernschwierigkeiten und Defiziten durch professionelle Nachhilfe zu fördern. Bei einer finanziellen Notlage fehlt es oft schon an grundlegenden Arbeitsmaterialien für den Unterricht, ganz zu schweigen von der Beteiligung an kulturellen und sportlichen Aktivitäten.

Über den Autor

Stefanie Picker, Diplom Sozialpädagogin, Diplom Sozialpädagogik Studium an der Leuphana Universität Lüneburg, Abschluss 2009. Derzeit tätig beim Internationalen Bund im Bereich Ambulante Hilfen zur Erziehung als Sozialberaterin.

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