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  • Mobbing & Cybermobbing: Eine empirische Untersuchung an drei Polytechnischen Schulen zum Mobbingverhalten unter Schülern/-innen

Pädagogik & Soziales


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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 11.2013
AuflagenNr.: 1
Seiten: 108
Abb.: 34
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Mobbing und Cybermobbing sind Phänomene, die in den letzten Jahren mehr und mehr in das öffentliche Interesse gerückt sind, obwohl es sie schon lange vorher gab. Neben dem Arbeitsplatz ist die Schule der häufigste Schauplatz dieser negativen Handlungen und darum bezieht sich dieses Buch auf genau dieses Umfeld. Beleidigungen, Drohungen, Schikane und sogar körperliche Gewalt machen vielen Schülern/-innen den Schulalltag zur Hölle. Doch nicht nur während, sondern auch außerhalb der Schulzeit finden Mobbing- und Cybermobbinghandlungen statt und können gravierende Folgen mit sich bringen, welche die Opfer oft ein Leben lang begleiten.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3, CYBERMOBBING ALS SONDERFORM DES MOBBINGS: Multifunktionshandys und das Internet haben in den vergangenen Jahren stark an Bedeutung zugenommen. Insbesondere für Jugendliche sind Anwendungen wie soziale Netzwerke oder das mobile Internet außerordentlich attraktiv geworden und prägen mittlerweile maßgeblich deren Alltag. Neben einer Vielzahl von Möglichkeiten und Chancen, die diese Neuen Medien bieten, bergen sie jedoch auch Risiken und Gefahren. Eine dieser Gefahren, die in vergangenen Jahren zunehmend in den Blickpunkt öffentlicher Aufmerksamkeit gerückt ist, ist Cybermobbing. Es handelt sich hierbei um eine neue Form von Mobbing, die über die Neuen Medien wie E-Mail, Instant Messaging, Chatrooms oder Mobiltelefone ausgetragen wird. Das systematische Belästigen, Bloßstellen und Fertigmachen von Personen findet nun also auch im virtuellen Raum statt. Jugendliche verwenden Mobiltelefone und das Internet vor allem zu Kommunikationszwecken – wo Erwachsene durch die Neuen Medien hauptsächlich versuchen, mit Freunden/-innen und Bekannten in Kontakt zu bleiben, so kommunizieren die Heranwachsenden in erster Linie mit denjenigen Personen, mit denen sie auch täglich (z.B. in der Schule) zu tun haben. Die vielen Möglichkeiten, im WWW (World Wide Web) und via Multifunktionshandys (die neben Telefonie und Textnachrichten auch Internetzugang besitzen) zu kommunizieren, schaffen eine Basis für Cybermobbing. Dieses Phänomen beschreibt also eine Weiterentwicklung des klassischen Mobbings. In Anbetracht dieser Tatsache möchte ich in den folgenden Kapiteln genau diese Problematik aufgreifen, ausführlich darstellen und diskutieren. 3.1, Begriffsklärung: Cybermobbing bezeichnet alle Formen von Gewalt, bei denen die Neuen Medien (in erster Linie Computer und Mobiltelefone) eingesetzt werden. Es wurde bereits aufgezeigt, dass es bestimmte Faktoren gibt, die Mobbing klassifizieren: das Ungleichgewicht der Kräfte, die systematische Drangsalierung über einen längeren Zeitraum und die Hilflosigkeit der Opfer. Eine sehr passende Definition, die dieser Kategorisierung folgt, findet sich bei Jäger & Riebel (2009 zit. nach Fetzer 2010, S. 60): ‘Bei Cyber-Mobbing geht es darum, dass neue Techniken, wie z.B. Email, Chats, Instant Messaging Systeme (wie z.B. ICQ oder MSN) oder auch Handys eingesetzt werden, um immer wieder und mit voller Absicht andere zu verletzen, sie zu bedrohen, sie zu beleidigen, Gerüchte über sie zu verbreiten oder ihnen Angst zu machen.’. Eine weitere, sehr kurze und prägnante Definition liefert die Plattform Saferinternet.at (Jungwirth o. J.), eine angesehene, von der EU geförderte und vom Bundesministerium empfohlene Webseite: ‘Der Begriff Cyber-Mobbing bezeichnet das absichtliche und meist länger andauernde Beleidigen, Bedrohen, Bloßstellen oder Belästigen anderer über digitale Medien.’. 3.2, Besonderheiten von Cybermobbing: Cybermobbing kann rund um die Uhr stattfinden: Die Belästigungen enden nicht nach der Schule oder Arbeit. Dort, wo digitale Medien genutzt werden, findet Cybermobbing statt – also auch zu Hause. Internet oder Handy nicht mehr zu verwenden, ist für die Betroffenen meist keine Option. Cybermobbing erreicht ein großes Publikum: Im Internet veröffentlichte Gerüchte oder Beschimpfungen verbreiten sich sehr schnell vor einem großen Publikum. Besonders häufig ist auch das Verbreiten peinlicher Fotos oder Videos. Einmal online gestellte Inhalte lassen sich jedoch kaum wieder entfernen. Täter/-innen agieren (scheinbar) anonym: Oft glauben die Täter/-innen, im Internet anonym zu sein, indem sie sich z.B. hinter einer erfundenen Identität verstecken. Dadurch sinkt die Hemmschwelle. Keine klare Abgrenzung von Rollen: Die Rollen von Täter/-in und Opfer sind nicht immer eindeutig zu trennen. Attacken können als Gegenattacken wiederkehren und den/die Täter/-in zum Opfer machen. Unabsichtliches Cybermobbing: Nicht jeder Mensch empfindet gleich. Was für den einen lustig ist, kann für jemand anderen verletzend sein. So können auch scherzhaft gemeinte, für den/die Betroffene/-n unvorteilhafte Fotos, unangenehme Folgen haben. (Jungwirth o. J. und Jannan 2010, S. 41). 3.3, Veränderung des Phänomens Mobbing durch Kommunikation über die Neuen Medien?: Cybermobbing ist also eine Weiterentwicklung des klassischen Mobbings. Da neue Technologien auch immer neue Wege eröffnen, verhält es sich so, dass auch Cybermobbing in etwa zu diesem Zeitpunkt entstanden ist, als das Internet und andere moderne Kommunikationsmedien wie etwa Multifunktionshandys für Kinder und Jugendliche zunehmend an Bedeutung gewannen. Die ersten Hinweise, dass die Wissenschaft auf dieses Phänomen aufmerksam wurde, finden sich im Jahre 2003 in dem Artikel Bullying by internet in der Zeitschrift Journal of the Academy of Child and Adolescent Psychiatry. Die beiden Verfasser, Laurence Jerome und Al Segal, beschreiben als Erste das Phänomen Cybermobbing in einem wissenschaftlichen Kontext und halten dazu an, unbedingt in diese Richtung zu forschen. (Vgl. Riebel 2008, S. 45).

Über den Autor

DPTS Dipl.-Päd. Eva Gasperl, BEd wurde 1981 in Salzburg geboren. Ihr Hauptschullehramt erlangte die Autorin 2006 an der Pädagogischen Hochschule Salzburg. Durch ein weiteres Studium an der Pädagogischen Hochschule Tirol erlangte Eva Gasperl 2013 den Titel Bachelor of Education einhergehend mit dem Lehramt für Polytechnische Schulen. Seit September 2011 leitet die Autorin eine Polytechnische Schule und durch Ihre tägliche Arbeit mit Schülerinnen und Schülern wurden die Phänomene Mobbing bzw. Cybermobbing und deren Prävention bzw. Intervention für sie immer bedeutungsvoller.

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