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Sozialwissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 12.2013
AuflagenNr.: 1
Seiten: 52
Abb.: 8
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Der Autor betrachtet zu Beginn der Studie den entwicklungspsychologischen Aspekt der Schüler der Primarstufe und der Sekundarstufe 1 durch das Entwicklungsstufenmodell von Piaget. Danach wird erläutert, was man gemeinhin unter Kartenkompetenz in Bezug auf die PISA-Studie versteht und wie das Spektrum dieser im Unterricht aussieht. Es wird zudem die Karte als Medium genauer betrachtet und der Frage nachgegangen, welche Schwierigkeit diese für den Schulalltag mit sich bringt. Welche Techniken der Kartenarbeit sind letztendlich ausschlaggebend und wie schauen, kritisch betrachtet, die methodischen Wege hin zum Kartenverständnisses aus? Abschließend erfolgen eine Zusammenfassung der Ergebnisse und eine kritische Bewertung des Überganges von Grundschule zur Sekundarstufe I.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3.2, Die Vorgaben durch den Lehrplan: Karten dienen heute als gebräuchliches Mittel, um sich im privaten und öffentlichen Leben zu orientieren und gelten daher als unentbehrlich. Karten fungieren dabei nicht nur als Orientierungshilfe, sondern dienen zur besseren Vermittlung von komplexen Zusammenhängen und sind daher teilweise besser geeignet als reine Texte und Tabellen. Erst durch das Zusammenspiel von Text, Tabelle und Karte kann es zu einer geeigneten Umsetzung von Informationen in den Karten kommen. Dies führt zu einem Verständnis von zum Beispiel Flächenausdehnungen, Lagebeziehungen und Richtungen auf der Karte. Um diese Zusammenhänge zu verstehen, bedarf es einer Dekodierung der einzelnen Informationen, die mitunter mehrschichtige-komplexe Aussagen beinhalten, von den Schülern im Unterricht. Bis heute ist die Schulung der Schüler für die Arbeitstechnik der Dekodierung aber nicht curricular gegliedert. Bereits seit den 70er Jahren strebt die Geographiedidaktik nach einer Strukturierung der kartenbezogenen Lernziele. Leider gab es keine kartographischen Befunde, welche eine Lernzielformulierung zwingend ermöglichten. Es gibt nur eine geringe Anzahl an gesicherten Untersuchungen, die Vorgaben geben, wie eine Karte für die jeweilige Altersstufe zu gestalten ist. Sicher ist nur, dass die jeweilige Funktion, die die Karte übernimmt, je nach Unterrichtssituation geklärt und festgelegt werden muss. Dem Lehrer obliegt es nun, vor jeder Unterrichtseinheit zu bestimmen, welches Medium er einsetzen möchte und ob es für den Zweck der Nutzung auch geeignet ist. Es ergeben sich also unterschiedliche Fragestellungen, die die Lehrperson für sich klären muss. Soll die ausgewählte Karte bei den Schülern ein bestimmtes Vorstellungsbild auslösen? Soll sie als reine Orientierungshilfe dienen? Sollen bereits vorhandene Wissensstrukturen ausgebaut werden und wenn ja welches? Ziel der Verwendung von Karten und letzten Endes der Kartenarbeit ist es eben nicht, nur das Kurzzeitgedächtnis der Schüler zu beanspruchen, um Wissen kurzerhand abzufragen, sondern es soll über Jahre hinweg ein Verständnis für Karten aufgebaut werden. Die Karte wird dabei als Medium für den Einsatz in der Schule gesehen und der Umgang mit dieser sollte im Regelfall im Unterricht geschult werden. Wichtige Grundlage für Kartenarbeit sind dabei verschiedene Denkoperationen wie kausales Denken, Abstraktion, Analyse und Synthese, kritisches Denken und Schlussfolgern. Kritikpunkt an den Leitlinien der Kartenarbeit ist, dass aufgrund der relativ oberflächigen Nutzung der Karten für reine Lokalisationszwecke für geographische Objekte im Raum ein nur sehr geringes Kartenverständnis der Schüler aufgebaut werden kann. Erweiterte Kartenarbeit wie Raumbeurteilung, Bewertung von Räumen und Funktionsanalysen finden nur eine sehr geringe Nutzung im Unterricht. Die notwendige Einführung in das Kartenverständnis erfolgt bereits in der Grundschule. Doch leider geschieht diese Einführung zumeist unzureichend oder die für die Vermittlung eingesetzten Methoden sind vollkommen ungeeignet. So kommt es, dass die Kartenarbeit als ein rein technischer Vorgang bearbeitet wird. Dass Karten aber ein Produkt der menschlichen Gestaltung sind, sie jedoch einen selektiven Charakter haben, wird dabei vernachlässigt. Das Grundproblem hierfür sind die fehlenden Lehrplanvorgaben in der Grundschule. Es gibt keine genauen Richtlinien für die konkrete Kartenarbeit und ihre Einführung und so kommt es oftmals zu unzureichenden Kartenkenntnissen beim Übertritt in die Sekundarstufe I. Auch in der Sekundarstufe I bleibt der Anspruch an das Kartenverständnis gering. Karten dienen vorwiegend der Bereitstellung von Informationen und deren Weiterverarbeitung. 3.3., Die Arten und Bedeutung von Karten in der Schule: Es gibt zwei Klassifizierungen von Karten. Zum einen nach dem Inhalt der Karte und zum anderen nach ihrer Darbietungsform. Klassifiziert nach ihren Inhalt, gibt es: Topographische Karten: sie sind gekennzeichnet durch die Abbildung von Gewässern, Geländeformen, Bodenbedeckungen und eine Reihe sonstiger, zur allgemeinen Orientierung notwendiger Erscheinungen inklusive der Beschriftungen des Hauptgegenstandes der Karte. Thematische Karten: sie enthalten dagegen größtenteils Erscheinungen oder Vorkommnisse nicht topographischer Art. Jedoch stehen diese mit der Erdoberfläche direkt in Verbindung. Dabei handelt es sich um Dinge, die georäumliche Lage, Verbreitung oder Bewegung besitzen. Dies können sowohl reale Dinge, als auch Beziehungen, Funktionen oder Hypothesen sein. Physische Karten: sie sind gekennzeichnet einerseits durch die Darstellung des Reliefs (verschiedenfarbige Höhenschichten), andererseits die Wiedergabe des topografischen Grundgerüstes. Geografische Grundkarten: sie sind gekennzeichnet durch Informationen über Relief, Vegetation, Bodennutzung und andere kulturgeographische Informationen. Stumme Karten und die Umrisskarten enthalten stark reduzierte Informationen (Fehlen von Beschriftungen usw.). In der Grundschule werden physische Karten, thematische Karten und stumme Karten am liebsten eingesetzt.

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