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Sozialwissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 02.2014
AuflagenNr.: 1
Seiten: 44
Abb.: 11
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Besonders jüngeren Schülerinnen und Schülern ist oft nicht bewusst, dass gemeinsames Arbeiten keineswegs nachteilig ist, sondern durchaus Chancen bietet. In der behandelten Klasse hat sich herausgestellt, dass dieses Bewusstsein für kooperatives Arbeiten bei manchen Schülerinnen und Schüler aus unterschiedlichen Gründen noch nicht ausgeprägt ist und eine klassische Einzelkämpfermentalität verstärkt zutage tritt. Gerade auf Gymnasien bedarf es jedoch der ausdrücklichen Sensibilisierung dafür, da genau dieses Bewusstsein von zentraler Bedeutung für den weiteren Werdegang der Schülerinnen und Schüler ist. Zudem greift es einen zentralen Aspekt des Erziehungs- und Bildungsauftrages auf. In der Vergangenheit lag der Fokus zunächst auf der Beobachtung des Lehr- und Lernverhaltens der Schülerinnen und Schüler. Im zweiten Halbjahr wurde der Anteil kooperativer Phasen zeitlich deutlich ausgedehnt und experimentell mit Projektarbeit nach dem Modell von Frank Haß gearbeitet, welches die Grundlage dieser Reihe bildet. So soll im Rahmen der Arbeit aufgezeigt werden, inwieweit sich das Verständnis für das geforderte, selbstständige kooperative Arbeiten von Schülerinnen und Schüler einer sechsten Klasse in Englisch mittels Projektunterrichts entwickeln lässt. Dieser lehnt sich thematisch an das eingesetzte Schulbuch an. Zudem bietet es auch einen direkten Anknüpfungspunkt an die Lebenswelt der Schülerinnen und Schüler, da der Zoo als außerschulischer Lernort in den Unterricht integriert wird. Überdies hinaus steht dabei vor allem die Erweiterung der Kommunikations- und Sprachlernkompetenz im Fokus, welche zusammen mit der transkulturellen die Kernkompetenzen moderner Fremdsprachen bilden. Nachfolgend wird hierfür zunächst die Lernausgangslage genau beschrieben, in der die Gründe für die mangelnde Kooperationskompetenz diagnostiziert werden. Im dritten Abschnitt folgen die didaktischen Überlegungen zur Kompetenzförderung. Anschließend wird im vierten Kapitel Projektarbeit nach dem Modell von Frank Haß theoretisch erläutert und anhand von Praxisbeispielen begründet. Im Hauptteil werden die Schülerergebnisse mit Blick auf die angestrebte Kompetenzentfaltung exemplarisch analysiert und reflektiert. Danach soll diagnostiziert werden, ob die angestrebte Kompetenz mittels Projektunterricht gefördert werden konnte. Im Schlussteil wird das Gesamtvorhaben auf seine Tauglichkeit für den Unterrichtsalltag geprüft und Rückschlüsse für eine adäquate Weiterarbeit geliefert.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel Projektunterricht in der Praxis - Teil 1 (im Klassenzimmer): Thema: ‘Animals all over the world’ (2 Doppelstunden): Im Zuge eines möglichst transparenten Unterrichtsverlaufs wurde von mir als Lehrkraft in der Vorbereitungsphase zu Beginn der ersten Doppelstunde nochmals auf die Einhaltung der vereinbarten Regeln und das Classroom Management hingewiesen. Anschließend wurde den S. das Ziel der Stunde verständlich gemacht: Die S. sollten, vorbereitend auf die Zoobesuche, am Ende des Unterrichts eine visuelle Umsetzung ihrer bisherigen Ergebnisse und Hausaufgaben in Form auf ihrem Gruppenplakat vorzeigen können, auf dem deutlich wird, welche Tiere auf ihrem Kontinent leben. In der Planungsphase ging es dann darum, die Aufgaben vorab zu strukturieren und auf die einzelnen Gruppenmitglieder zu verteilen. Dabei hatten wir uns schon bei der Verteilung der Hausaufgaben in der Stunde vorher auf ein Grundmuster geeinigt. Die S. gingen dabei methodisch so vor, dass sie sich zunächst untereinander fragten, ob jemand Präferenzen für ein bestimmtes Tier hat. Der Gruppenführer hat die Aufgaben daraufhin zugewiesen. Da sich die meisten S. schon vorab konkret Gedanken gemacht hatten, verlief dieser Abschnitt relativ schnell. In der Erarbeitungsphase ging es vor allem darum, dass die Vielzahl an Materialen, welche die S. von zuhause mitgebracht hatten, zunächst innerhalb der Gruppe gesichtet, sortiert und auf die einzelnen Bereiche verteilt werden musste. Da vieles unter dem Mitgebrachten in deutscher Sprache war, musste einiges zudem erst übersetzt werden. Hierfür standen ein zweisprachiges Wörterbuch, die Smartphones und bei kniffeligen Sachen auch ich als Lehrkraft hilfreich zur Seite. Besonders bei der Recherche von Länderdaten (Größe, Einwohnerzahl etc.), fiel mir schnell auf, dass die S. die deutsche Internetseiten benutzten, weshalb ich ihnen in einer kurzen Unterbrechung erklärt habe, wie sie auf die englischen Versionen kommen. Hier zeigten sich einige S. (Markus, Norbert, Thomas) besonders medien- und sozialkompetent und halfen auch den anderen Gruppen bei der Suche nach Informationen. Die Gestaltung der Plakate verlief problemlos, da wir dies nun schon mehrmals im Unterricht gemacht hatten. Besonders bei der optischen Gestaltung zeigte sich zudem, dass sich alle Gruppen besonders viel Mühe gaben, weil sie wussten, dass ihre Plakate nach der Präsentation auch im Klassenraum aufgehängt werden. Die anschließende Präsentationsphase wurde mit einem gallery walk in der zweiten Doppelstunde realisiert. Vorab bekamen die S. dafür noch einmal kurz Gelegenheit, Feinheiten auszubessern. Die fertigen Plakate wurden anschließend an fünf unterschiedlichen Orten im Klassenraum aufgehängt und Stühle und Tische entsprechend zurechtgerückt. Anstatt eines sonst üblichen Protokollbogens für die Diskussion der Ergebnisse waren die S. angehalten zu überprüfen, ob die Gestaltungsmuster, die wir als Klasse vorab festgelegt haben (s.o.), bei der Bearbeitung eingehalten wurden. In der abschließenden Evaluationsphase wurden die Arbeitsschritte der einzelnen Gruppen evaluiert und die S. mussten sich mit Fragen auseinandersetzen, die den Lernprozess für alle sichtbar machten (‘Welche Schwierigkeiten hatten Ihr bei eurem Thema? Wie habt Ihr diese gelöst? Was hat Euch besonders viel Spaß gemacht? Was hättet Ihr besser machen können? Seit Ihr zufrieden mit Eurem Ergebnis??). Diese kritische Selbstreflexion ergab zum einen, dass sich die S., die vor allem mit dem Englischen noch große Probleme haben (Linus, Michael, Klaus), sehr schwer taten, Informationen gezielt in der Fremdsprache zu beschaffen. Gleichzeitig lieferten sie einen tollen, eigenen Lösungsvorschlag, indem sie wechselseitig die englische und deutsche Seite aufriefen und sich somit vieles selbst erschließen konnten. Vor allem die Präsentationsphase wurde als sehr aufschlussreich empfunden, da die S. neben neuen inhaltlichen Informationen auch Vokabelarbeit geleistet haben.

Über den Autor

Steve Taetzsch wurde 1982 in Naumburg an der Saale geboren. Sein Studium der Anglistik und Geschichte an der Universität Konstanz schloss der Autor im Jahre 2009 mit dem ersten Staatsexamen erfolgreich ab. Bereits während des Studiums sammelte der Autor umfassende praktische Erfahrungen im schulpädagogischen Bereich im In- und Ausland. Mit dem Erwerb des zweiten Staatsexamens in Frankfurt am Main 2013 beendete der Autor seine Lehrerausbildung und unterrichtet seither Englisch und Geschichte bilingual an einem Gymnasium in Darmstadt. Die zunehmende Einzelkämpfermentalität vieler Schülerinnen und Schüler sowie die mangelnde Einsicht in den Erfolg kooperativen Arbeitens, wie sie dem Autor im Rahmen seiner bisherigen Lehrertätigkeit vermehrt begegnete, motivierte ihn, sich der Thematik des vorliegenden Buches besonders zu widmen.

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