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Sozialwissenschaften

Andreas Gruner

Untersuchung innovativer Projektideen in der Erwachsenenbildung

Wie definiert man eine immaterielle Innovation?

ISBN: 978-3-86341-031-5

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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 02.2011
AuflagenNr.: 1
Seiten: 70
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Das vorliegende Buch entstand als Forschungsarbeit im Rahmen des Studiums der Pädagogik. Sie widmet sich dem allgegenwärtigen Thema der Innovation im genannten Fachbereich. Das Thema ist äußerst umstritten und wird selten wirklich intensiv behandelt. Im Rahmen der Arbeit werden hier bekannte Meinungen von Wissenschaftlern und Autoren gegenübergestellt um eine sinnvolle Definition des Begriffes zu ermitteln. Durch die intensive Auseinandersetzung zeigt sich, dass sich Innovation durchaus begrifflich fassen lässt, wenn man eine sinnvolle Abgrenzung vornimmt. Dazu werden konkurrierende Begriffe wie Invention, Neuerung, Wandel, Reform etc. benutzt und unterschieden. Zusätzlich dienen die Bildungspreise des Deutschen Instituts für Erwachsenenbildung (DIE) und des Bundesinstituts für Berufsbildung (BIBB) zur Feststellung welche Projekte bzw. Inhalte als innovativ gesehen werden. Bei genauerer Untersuchung finden sich Kategorien, die immer wieder innovative Gedanken mit sich bringen und somit als Grundlage einer Bewertung von Innovationen dienen können. Natürlich erhebt der Autor mit seiner Definition zur Innovation keinen Anspruch auf absolute Gültigkeit aber es wird eine sinnvolle und klare Verwendung zur weiteren Forschung möglich.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 5, Neuerung und Innovation: Dieser Abschnitt der Arbeit soll einem Begriff gewidmet sein, der ebenfalls besonders oft in Verbindung mit Innovation Verwendung findet. Nämlich Neuerung bzw. Erneuerung. ‘Und je inflationärer der Begriff des ‘Innovativen’ gebraucht wird, desto mehr tauchen die Fragen nach dem auf, was vorher war, worin sich das Neue von dem Alten unterscheidet, ob das Innovative eigentlich wirklich neu und auch besser ist, nach welchen Maßstäben dies zu beurteilen ist’. Hinter der Beschreibung dieser Problemstellung steckt ganz klar die Erwartung, dass Innovation nicht nur Neuerung sondern tatsächlich auch Besserung mit sich bringt. Ob dieser Anspruch auch Tatsache ist, wäre in der Folge zu prüfen. Das Neuerung und Innovation eng verbunden sind mag nicht zuletzt daran liegen, dass bereits im Wortstamm der Innovation selbst, Novation vorkommt. Es soll nun das Wesen der Neuerung erfasst werden und es werden die Unterschiede zur Innovation aufgezeigt. Der Duden gibt unter dem Begriff Innovation an: ‘Einführung von etwas neuem, Erneuerung, Neuerung’ Damit wäre die nahe Verwandtschaft noch einmal angesprochen. In der Ausarbeitung der Bildungspreise für Innovationen, fand sich auch oft eine Schnittstelle zu den Neuerungen: ‘Wiltrud Gieseke brachte die Gemeinsamkeit auf den Punkt: Es gehe offensichtlich in allen besonders preiswürdigen Projekten um die Vertiefung oder sogar Erneuerung von ‘Lernkulturen’. Es ist aber nicht nur von Bedeutung die Schnittstellen zu finden sondern auch zu schauen wo sich Innovationen von bloßen Neuerungen unterscheiden. Zur Bewerbung um den ausgeschriebenen Preis schreibt Schlutz folgenden Satz: ‘Es muss auch keine große Umwälzung darstellen, aber Sie selbst sollten schon davon überzeugt sein, dass es in Ihrem Arbeitsbereich und Ihrem Umfeld etwas Wichtiges und eine Neuerung darstellt.’ Er macht damit eine ganz tragende, bedeutungsvolle Aussage über Innovationen indem er die Neuerung mit Wichtigkeit verbindet. Eine Neuerung wäre es auch wenn man auf gelbem Papier statt auf weißem schreibt. Wichtig wäre diese Veränderung jedoch nicht. Eine Neuerung kann je nach Bezugswelt eine komplett unterschiedliche Wertigkeit erreichen. Besonders deutlich wird dies in folgender Formulierung: ‘Was als Neuerung empfunden wird, hängt im Übrigen davon ab, ob sie sich im ländlichen oder (groß-)städtischen Ambiente, im lokalen oder regionalen Kolorit vollzieht. In einem kleinen Ort kann innovativ einschlagen, was in Metropolen längst gewohnt ist und nur müdes Abwinken produziert'. Man kann hier noch mehr Dimensionen konstatieren in denen die gleiche Neuerung unterschiedliche Bedeutung erlangt. Da wären verschiedene Zielgruppen wie Senioren oder Jugendliche und verschiedene Institutionen wie der Arbeitsplatz oder die Bildungseinrichtung denkbar. Neuerungen sind auch nicht generell positiv belegt wie das folgende Zitat beweist. ‘Einerseits kann eine Erneuerung oder Modernisierung von Bildungsorganisationen nur durch die Beteiligten erfolgen, andererseits wird dieselbe aber oft genug gerade durch jene verhindert oder erschwert.’ Dies liegt nicht zuletzt daran, dass der Mensch meist davor scheut, gewohnte Verhaltensweisen und Abläufe zu ändern. Neuerungen stoßen darum nicht selten auf Widerstand. Pädagogische Erneuerung funktioniert aber nur über eine Öffnung nach außen und eine grundlegende Veränderung der gewohnten Verhaltensweisen, Perspektiven und Strukturen. Neuerungen gehen also mit Veränderungen einher, die nicht immer beliebt sein müssen. Es geht aber sogar noch extremer: ‘Wenige haben den Mut, Akzente zu setzen. Sie müssen dafür schon vorhandene Formen zerstören und ernten nicht selten Kritik.’ ‘Obwohl der Begriff Innovation positiv konnotiert wird, heißt dies nicht, dass das Neue notwendigerweise besser ist als das herkömmliche. Es ist einfach neu und anders. Insofern haftet der Innovation immer etwas Zerstörerisches an. Alte Routine wird durch eine neue ersetzt. Innovationen definieren somit einen neuen Möglichkeitsraum des Handelns'. Eine Neuerung kann also auch bedeuten ‘Altes über den Haufen’ werfen zu müssen um das Neue zum Einsatz bringen zu können. Doch um nicht vom Thema abzuschweifen zurück zu den Unterschieden zwischen der Innovation und der Neuerung. Pinkwart greift in folgendem Zitat einen der wichtigsten Unterschiede heraus: ‘[…]wie wir uns das bei Neuerungen wünschen, die als Ergebnis wissenschaftlicher Forschung und Entwicklung als Innovationen in die Volkswirtschaft eingehen […]’ Innovationen entstehen aus Neuerungen genau dann, wenn sie erfolgreich in die Praxis eingehen. Man könnte also das Wortspiel benutzen: ‘Novation im Einsatz wird Innovation.’ Eine weitere Gemeinsamkeit hingegen ist die Herkunft aus Forschung und Entwicklung. Mai zitiert Gieseke und kommt zu einem nächsten Punkt der Innovation und Neuerung in ihrer Bedeutung trennt. Gieseke spricht von der Umsetzung innovativer Projekte. ‘Wir leben aber derzeit in einer Kultur, in der die Mutigen, die bereit sind, Fehler zu machen, um Verbesserungen und Erneuerungen zu erzeugen, diejenigen, die experimentierfreudig und unkonventionell sind, zu wenig unterstützt werden’. Der Kernpunkt dieser Aussage ist, dass Innovationen nicht nur einen Erneuerungswert haben sondern auch Verbesserungen mit sich bringen. Erneuerung heißt Altes gegen Neues auszutauschen. Meisel fordert in seiner Beschreibung zu Innovationen: ‘Sie stellen Erneuerungen dar und lassen die Kontinuität nicht außerhalb des Blickfeldes.’ Ein paralleles Bild wäre der Ölwechsel am Auto, der eine Erneuerung des Öls erfordert. Der zweite Punkt waren die Verbesserungen. Verbesserungen müssen zwingend Teil einer Innovation sein. Dies resultiert aus der Erkenntnis (siehe weiter oben), dass Innovation aus der praktischen Umsetzung einer Neuerung folgt. Wenn aber eine Neuerung keine Verbesserung beinhalten würde, wäre eine Umsetzung in der Praxis völliger Blödsinn. Zusammenfassend lassen sich vier wichtige Unterschiede zwischen einer Innovation und einer Neuerung feststellen. Eine Innovation ist praxisrelevant und findet in der Praxis auch tatsächlich Einsatz. Sie sorgt in ihrem Einsatzgebiet für merkliche Verbesserungen und ist wichtig für Menschen, Abläufe oder Organisationen. Eine Innovation hat einen Erneuerungswert. Das heißt sie tritt an die Stelle von ‘Vorgängerkonzepten’ und verdrängt dabei alte Vorgehensweisen. ‘Die Innovation an sich, also die erstmalige Durchsetzung einer Neukombination in den jeweils relevanten Umfeld (Markt, private Haushalte, öffentlicher Sektor usw.), ist unter dem Aspekt der Zielerfüllung nur dann bedeutsam, wenn sie sich auch ausbreitet’.

Über den Autor

Andreas Gruner, M.A., wurde 1979 in Stollberg im Erzgebirge geboren. Nach seiner handwerklichen Ausbildung zum Maurer, entschied er sich für eine berufliche Weiterentwicklung. An der Universität Chemnitz begann er 2004 sein Studium der Pädagogik mit den Nebenfächern Psychologie und Soziologie. Ende 2009 schloss er sein Studium der Pädagogik mit dem akademischen Grad Magistra Artium erfolgreich ab. Schon während des Studiums interessierte ihn besonders der Bereich Projektentwicklung in der Erwachsenenbildung. In Zusammenarbeit mit dem Bildungsministerium Sachsen-Anhalt und mehreren Bildungsinstituten entstanden Arbeiten über Innovation in pädagogischen Projekten. Dabei faszinierte ihn vor allem der große Ideenreichtum der Projektentwickler.

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