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Naturwissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 11.2010
AuflagenNr.: 1
Seiten: 68
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die Planungsregion 18 Südostoberbayern besteht aus fünf Landkreisen, Altötting, Berchtesgadener Land, Mühldorf a. Inn, Rosenheim und Traunstein in denen unterschiedliche Organisationsformen für die Landschaftspflege bestehen. Während in den Landkreisen Altötting und Traunstein Landschaftspflegeverbände zuständig für die Landschaftspflege sind, übernehmen im Landkreis Rosenheim die örtlichen Maschinenringe diese Aufgabe. Lediglich in den Landkreisen Berchtesgadener Land und Mühldorf bestehen keine festen Strukturen zur Organisation der Aufgaben der Landschaftspflege. Gerade in dieser Region ist die Landschaftspflege ein wichtiges Thema, da es sich um eine der Regionen mit den wertvollsten Naturbeständen Bayerns handelt und die Landschaft hier einer langen Tradition von Landnutzung und der daraus resultierenden Veränderung der Naturräume unterliegt. Viele Biotoptypen konnten nur durch genau diese bäuerliche Nutzung entstehen und sind jetzt durch die Veränderungen in der Landwirtschaft akut bedroht. Dies ist der Punkt an dem Maßnahmen der Landschaftspflege einsetzten müssen, um die Biodiversität der Region zu erhalten. Aus diesem Zweck wird die strategische Organisation der Landschaftspflege in der Region 18 einer genauen Analyse unterworfen, um Stärken und Schwächen der verschiedenen Möglichkeiten der Organisation aufzuzeigen. Daraus resultierend soll eine Strategie entworfen werden, welche zur Optimierung der Organisationsstrukturen und damit der Qualität und Handlungsfähigkeit der Landschaftspflege dienen soll. Für die verschiedenen Organisationsmodelle, nämlich Organisation durch einen Landschaftspflegeverband, Organisation durch die Untere Naturschutzbehörde (UNB) sowie Organisation durch den Maschinenring wurden verschiedene Fragebögen entwickelt. Anhand dieser Fragebögen, wurden mit den jeweiligen Hauptverantwortlichen der Landkreise intensive Gespräche geführt. Die Ergebnisse dieser Gespräche dienen als Grundlage für die Analyse der einzelnen Landkreise. Auf dieser Analyse aufbauend werden Organisationsmodelle für die Optimierung der Organisation der Landschaftspflege für die Region 18 konstruiert.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 4.1, Gründung eines Landschaftspflegeverbandes Südostoberbayern der alle fünf Landkreise umfasst: Ein mögliches Modell für die Optimierung der Organisationsstrukturen der Landschaftspflege wäre die Gründung eines regionalen Landschaftspflegeverbandes, der die gesamte Planungsregion 18 ‘Südostoberbayern’ umfasst. Ein Vorteil dieses Modells im Vergleich zu der jetzigen Situation wäre die Abdeckung der beiden Landkreise Berchtesgadener Land und Mühldorf mit organisierter Landschaftspflege zur Entlastung der UNB. Dieses Konstrukt bedarf einer ausgefeilten hierarchischen Ordnung. So wäre eine Geschäftsführung nötig die, den gesamten Landschaftspflegeverband leitet. Dieser untergeordnet ständen verschiedene Mitarbeiter, die jeweils für bestimmte regionale Bezugsräume zuständig wären. Anbieten würde sich hierfür die Landkreisebene um Identifikation und Akzeptanz in der Bevölkerung sowie die für die Landschaftspflege wichtigen Gebietskenntnisse zu schaffen. Eine andere Form der Organisation wäre ebenfalls denkbar. So könnten die verschiedenen Mitarbeiter für verschiedene Themenbereiche der Landschaftspflege, wie z.B. Streuwiesenmahd oder Streuobstbau zuständig sein. Dies hätte aber einen entscheidenden Nachteil. Für funktionierende Landschaftspflege ist nicht nur reines Fachwissen von Nöten. Mindestens ebenso wichtig ist die Fähigkeit zur Kommunikation mit den ortsansässigen Landnutzern und Kommunalpolitikern. Durch themenabhängig ständig wechselnde Bearbeiter ist aber die Identifikation mit ‘ihrem’ Zuständigen für die Bevölkerung und Politik schwierig. Die Gewöhnung an mehrere Bearbeiter wäre von Nöten, was zumindest in den ersten Jahren nach der Gründung ein Problem darstellen dürfte. Diese Gewöhnungsphase würde bei gebietsbezogener Zuständigkeit wesentlich schneller von statten gehen. Ein ähnliches Modell, wie das beschriebene besteht derzeit im Bezirk Mittelfranken. So wurde dort schon 1986 der Landschaftspflegeverband Mittelfranken gegründet, welcher alle Landkreise dieses Bezirks betreute. Vor- und Nachteile dieses Landschaftspflegeverbandes lassen sich auch auf das Modell Landschaftspflegeverband ‘Südostoberbayern’ übertragen. Hier besteht auch eine gebietsbezogene Zuständigkeit der Mitarbeiter. Ansässig sind alle Mitarbeiter in einer zentralen Verwaltungsstelle in Ansbach. Ein bedeutender Vorteil dieser Struktur liegt in der Möglichkeit des täglichen Informationsaustausches. Was im Kapitel 3 bei allen Landkreisen bemängelt wurde, war der unzureichende Austausch mit Fachkräften der Nachbarlandkreise. Dieses Manko wäre mit besagter Struktur behoben. Des Weiteren könnte so ein einheitliches Vorgehen innerhalb der gesamten Region bewirkt werden. Ein Nachteil besteht allerdings in der Zentralität der Organisation. So sind die für die Durchführung der Landschaftspflege wichtigen Ortseinsichten und persönlichen Gespräche mit dem Landnutzer vor Ort mit deutlich längeren Anfahrtszeiten verbunden, was die Flexibilität und damit die Schlagkräftigkeit des Landschaftspflegeverbandes mindert. Dies zeigt sich auch im Landschaftspflegeverband Mittelfranken. Unter anderem aufgrund der Zentralität der Geschäftsstelle fühlten sich einige Landkreise im Bezirk Mittelfranken nicht ausreichend abgedeckt. So kam es inzwischen schon zu vier Neugründungen von Landschaftspflegeverbänden innerhalb des Bezirksgebietes. Außerdem ist eine enge Zusammenarbeit mit der zuständigen UNB extrem wichtig für einen Landschaftspflegeverband, weshalb die meisten Landschaftspflegeverbände, so auch die betrachteten in Traunstein und Altötting, jeweils ihren Sitz am Landratsamt haben. Dies ist für die Projektabstimmung im Vorfeld, sowie für das Finden von fachlich sinnvollen Maßnahmen von Nöten. Der enge Kontakt zu den Fachkräften der UNB ist jedoch durch den zentralen Sitz in nur einem der Landkreise erschwert. Dennoch hat die Organisation auf regionaler Ebene mit einer höheren Zahl an Mitarbeitern noch einen zweiten entscheidenden Vorteil. So ist es möglich gerade für größere Projekte und Aktionen auf mehr als nur einen Mitarbeiter zurückzugreifen, und so wichtige Großprojekte adäquater zu betreuen. Auch können personalbedingte Ausfälle durch Urlaub oder Krankheit besser kompensiert werden. Ein Unterschied zum Modell in der Region 18 ist jedoch, dass in Mittelfranken vorher noch keine anderen Strukturen vorhanden waren. So entsteht in der Region 18 die Frage, was mit den vorhandenen Organisationen, nämlich LPV AÖ, LPV TS und Maschinenring Rosenheim bzw. Bad Aibling-Miesbach geschieht. Denkbar wäre, dass die jeweils zuständigen Bearbeiter dieser Organisation im späteren Landschaftspflegeverband Südostoberbayern die Gebietsbetreuung für ihr altes Gebiet übernehmen. Dies bedürfte jedoch der Auflösung der vorhandenen Strukturen. Die Auflösung funktionierender Strukturen erweist sich allerdings als gefährliches Unterfangen, da der Erfolg des neu gegründeten Landschaftspflegeverbandes Südostoberbayern nicht garantiert ist. Außerdem stellt dies einen unverhältnismäßig großen Aufwand dar, wenn bedacht wird, dass das Ziel die Abdeckung lediglich zweier Landkreise durch Organisationen der Landschaftspflege darstellt. In den anderen Landkreisen bestehen schließlich schon funktionierende Strukturen, wenn von leichten Defiziten eines Maschinenrings gegenüber einem Landschaftspflegeverband abgesehen wird. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die Gründung eines regionalen Landschaftspflegeverbandes, vor allem wenn bisher keine anderen Strukturen vorhanden sind, gewisse Vorteile mit sich bringt. Eine Anwendung auf die Planungsregion 18 dürfte sich jedoch als schwierig erweisen und hätte auch einige Nachteile, sodass dieses Modell, nämlich die Gründung eines Landschaftspflegeverbandes ‘Südostoberbayern’ sich als nicht empfehlenswert darstellt.

Über den Autor

Bernhard Hohmann, Dipl.-Ing. (FH) Landschaftsplanung, Studium der Landschaftsarchitektur an der FH Weihenstephan, Freising, Abschluss 2008. Derzeit tätig als Landschaftsplaner im Planungsbüro Steinert, Übersee im Bereich kommunale Landschaftsplanung, Stadtplanung, Ökokonto, integrierte Naturschutzprojekte.

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