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Sozialwissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 09.2012
AuflagenNr.: 1
Seiten: 60
Abb.: 12
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Die vorliegende Arbeit thematisiert die Verbindung aus direkter, kultureller und struktureller Gewalt, die in Kolumbien von den drei Akteuren FARC, Paramilitär und der Regierung Uribes ausgeübt wird, und geht der Frage nach, inwiefern sich diese Gewalten gegenseitig beeinflussen. Bei einer detaillierten Analyse werden verschiedene Themen wie der Drogenhandel, die Landvertreibung, soziale Konflikte und das Gesetz 'Ley de Justicia y Paz' behandelt, um herauszustellen, ob zum einen die Theorie von Johan Galtung auf den Konflikt in Kolumbien angewandt werden kann und zum anderen welche Folgen die Gewaltausübungen der einzelnen Akteure für zukünftiges Handeln haben werden.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3, Das Dreieck kultureller, direkter und struktureller Gewalt nach Johan Galtung: In den 1970ern entwarf Johan Galtung die Theorie des ‘Direct-structural-cultural violence triangle’, um verschiedene Arten von Gewalt und deren Zusammenwirkungen aufzuzeigen. Johan Galtung wurde am 24. Oktober 1930 in Oslo geboren. Er ist Mathematiker, Soziologe, Politologe und Friedensforscher. Zudem ist er aufgrund seiner Analysen und Theorien zur Lösung von Konflikten Träger des alternativen Friedensnobelpreises und gilt durch die Gründung des ersten Friedensforschungsinstituts in Oslo (PRIO = Peace Research Institut Oslo) als einer der Gründerväter der Friedens- und Konfliktforschung. Heute lehrt er an der Universität von Hawaii, der Fernuniversität Hagen, der Universität Oslo und der Friedensuniversität in Schleining in Österreich. Johan Galtung beschäftigt sich mit der Gewaltausübung in verschiedenen Ländern, dadurch bezieht er viele Handlungsstränge in seine Theorien ein. Auch wir werden jeden Tag mit Gewalt konfrontiert, sei es im persönlichen Umfeld oder durch den Einsatz von Kampfjets in Libyen durch internationale Truppen. Doch was ist Gewalt? Wie werden Frieden oder Gewalt definiert? Nach Galtung ‘[liegt] Gewalt (…) vor, wenn Menschen so beeinflusst werden, daß ihre aktuelle somatische und geistige Verwirklichung geringer ist als ihre potentielle Verwirklichung.’ Unter ‘aktuell’ und ‘potentiell’ ist Folgendes zu verstehen: Bei einem Tsunami, der auf die holländische Küste trifft und dadurch das gesamte Land verwüstet, ist das Potentielle größer als das Aktuelle, es wird jedoch keine Gewalt ausgeübt, da das Aktuelle nicht vermeidbar gewesen ist und im momentanen Zeitraum niemand von einer solchen Katastrophe in diesem Gebiet ausgeht und diese nicht hätte vermieden werden können. Hätte die Bevölkerung von dem Tsunami gewusst und wäre nicht geflüchtet, wäre das Aktuelle größer als das Potentielle, da mehr Menschen verletzt werden als man hätte vermeiden können. Ebenfalls ist bei der Definition zu beachten, dass sie sehr allgemein gehalten ist. Ein Faktum, dass das OED (Oxford English Dictionary) anders formuliert, wenn es Gewalt wie folgt definiert: ‘The exercise of physical force so as to inflict injury on or damage to persons or property action or conduct characterised by this.’ Gewalt kann und muss somit in Unterkategorien unterteilt werden, um Kontroversen zu vermeiden und vielen Diskussionspunkten gerecht zu werden. Es ist zu beachten, dass Galtungs Modell im Nachhinein Debatten ausgelöst hat, da die Einteilungen nicht konkret genug erfolgten. Aus diesem Grund ist am Ende der Arbeit aufzuzeigen, ob die Theorie erstens noch anwendbar ist und zweitens wo ihre Grenzen liegen. Die Unterteilung ist für diese Bachelorarbeit essenziell, um aufzuzeigen, welche Art von Gewalt die jeweiligen Akteure in Kolumbien anwenden. Um eine solche Differenzierung zu ermöglichen, entwarf Johan Galtung seine Theorie des Dreiecks der Gewalt in Anlehnung an das bereits bekannte ‘Konfliktdreieck’. Letzteres besteht aus drei Spitzen: Konflikt (K), der durch Gefühle, Konfliktverhalten (V), das durch tatsächliche Handlungen und Konfliktattitüde (A), die durch den Zwiespalt ausgedrückt werden.

Über den Autor

Lisa Picott, B.A., wurde 1989 in Düren geboren. Während des Studiums der Lateinamerikastudien an der Katholischen Universität Eichstätt-Ingolstadt absolvierte sie ein Auslandssemester an der Pontificia Universidad Javeriana in Kolumbien, dessen Erlebnisse und Kenntnisse sie zum Verfassen ihrer Bachelorarbeit nutzte. Neben ihrem Aufenthalt in Kolumbien erweiterten ihr Studium, ihre Tätigkeit als Tutorin für lateinamerikanische Austauschstudenten sowie ihre Aufenthalte in Ecuador, Mexiko, Costa Rica und Peru ihr interkulturelles Wissen. Sie erhielt auf diese Weise die Möglichkeit, persönliche und fachspezifische Kenntnisse in ihre Abschlussarbeit mit einfließen zu lassen, und wurde zur Weiterführung ihres Studiums im Bereich der Friedens- und Konfliktforschung (Master) motiviert.

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