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Sozialwissenschaften


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Produktart: Buch
Verlag: Bachelor + Master Publishing
Erscheinungsdatum: 07.2013
AuflagenNr.: 1
Seiten: 60
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Sexueller Missbrauch begegnet einem derzeit überall und man bekommt aufgrund des sensationslüsternen Medienspektakels um diese Fälle den Eindruck, dass Kinder und Jugendliche nirgendwo mehr sicher sind. Aus diesem Grund hat die Autorin untersucht, wie es den Kindern und Jugendlichen, oder besser gesagt heute schon meist Erwachsenen damit geht. Wie können sie mit einer solchen Erfahrung leben? Und wie kann man sie von pädagogischer Seite aus bestmöglich dabei unterstützen? Als staatlich anerkannte Erzieherin hat die Autorin ihr Arbeitsfeld auch während des Studiums nie verlassen. Während ihrer Tätigkeiten in einem Heim für behinderte Kinder, der Kinderbetreuung im Frauenhaus oder auch einem Praktikum in einer Beratungsstelle für Kinder, Jugendliche und Eltern, hat die Autorin immer wieder mit Kindern und Jugendlichen gearbeitet, die sexuell missbraucht wurden. Aus dieser langjährigen persönlichen Erfahrung heraus hat die Autorin die vorliegende Studie geschrieben, um eine Hilfestellung im Umgang mit Betroffenen zu geben und über die unterschiedlichen Folgen von Missbrauch zu informieren.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 5, Umgang mit sexuellem Missbrauch: 5.1, Umgang mit sexuellem Missbrauch von Seiten der Betroffenen: Jeder Mensch hat seine eigene individuelle Art traumatische Erlebnisse zu verarbeiten und damit umzugehen. Hierfür scheint es kein Patentrezept zu geben, nur einige Ratschläge oder Geschichten von Betroffenen. Erste Schritte des Umgangs damit, um die Situation im Moment des Geschehens aushalten zu können, zeigen sich in den oben geschilderten Folgen von sexuellem Missbrauch, da sie laut Birck ja einen ersten Versuch des Verstehens beinhalten, wie auch in den Überlebensstrategien der Betroffenen. (Birck 2001, S. 21 und Enders 2008, S. 159 ff). Laut Rothen und Enders bedeutet Trauma auch Wunde. Zwar würde angeblich die Zeit alle Wunden heilen, aber das würde so leider nicht stimmen. Wunden müssen gereinigt, verbunden und gepflegt werden, bis sie schließlich abheilen. Manchmal bleiben auch Narben zurück. Ähnlich sei es auch mit der Bewältigung von sexuellen Gewalterfahrungen. Diese passiert nicht von heute auf morgen, sondern erfolgt in einem Prozess, der sich Schritt für Schritt vollzieht. (vgl. Rothen/ Enders 2008, S. 374 ff). Betroffene von sexuellem Missbrauch suchen sich häufig Hilfe. Sei es dadurch, dass sie sich erstmal jemandem anvertrauen, oder dass sie sich in Therapie begeben. Häufig kommt irgendwann der Zeitpunkt an dem der/ die Betroffene von den eigenen Erinnerungen eingeholt, überrollt wird und ihnen nicht mehr standhalten kann. Einige erkennen, wie sehr ihr Leben von den traumatischen Erlebnissen, die sie gemacht haben beeinflusst wird und wollen dies ändern. Manche haben schlicht keine Kraft mehr, die Erinnerungen fort zu schieben. (vgl. a.a.o.) Die Vergangenheit meldet sich zurück und übernimmt die Gegenwart. (Rothen/ Enders 2008, S. 375). Die Bewältigung dieser Erlebnisse kostet die Betroffenen sehr viel Kraft. (a.a.o.). Ein erster Schritt der Bewältigung der Ohnmachtserfahrungen ist es, wenn Betroffene sich selbst im Hier und Jetzt auf dem Hintergrund der Gewalterfahrungen verstehen, sich der Folgen der sexuellen Gewalterfahrung bewusst werden und/ oder als Überlebensstrategie erkennen lernen. (a.a.o.). Einige nehmen hierbei die Hilfe eines Therapeuten/ einer Therapeutin in Anspruch. Für manche bietet sich hierbei eher die Form der Selbsthilfegruppe an, wohingegen andere sich in Einzelsettings besser aufgehoben fühlen. (Rothen/ Enders 2008, S. 375 f). Ich habe mir Hilfen gesucht: denn ohne Hilfen hätte ich es nie geschafft! Die Hilfen bestanden aus Freunden, Therapeuten und Selbsthilfegruppen. (Wildwasser Marburg e.V. 1992, S. 70). Allerdings muss der Zeitpunkt für eine Therapie von dem/ der Betroffenen selbst gewählt werden, denn nur dann ist nicht nur die Bereitschaft da sich mit der eigenen Vergangenheit auseinander zu setzen, sondern auch die Kraft dazu. (Rothen/ Enders 2008, S. 374 ff). Viele Betroffene haben auch das Internet für sich entdeckt. Ein Ort an dem sie sich anonym, zu der Zeit zu der es ihnen beliebt, mit anderen Betroffenen austauschen können. (vgl. Folgen- der Film, 52:34 – 1:06:34). Menschen die von sexuellem Missbrauch betroffen sind, bezeichnen sich selbst selten als Opfer. Sie verwenden häufig den Begriff <<Survivor>>. Sie sehen sich selbst also eher als Überlebende denn als ständiges Opfer. (vgl. Krümpelbeck 2010, Internet). Das ist ein Beispiel dafür einen Anfang zu machen, das Erlebte nicht mehr nur passiv hinzunehmen, sondern es zu verarbeiten und einigermaßen integrieren zu können. (vgl. Rothen/ Enders 2008, S. 374 ff).

Über den Autor

Lena Marie Raubach, geb. Heusel, ist staatlich anerkannte Erzieherin und besitzt einen BA für Soziale Arbeit. Darüber hinaus ist sie SAFE-Trainerin, Entspannungspädagogin für Kinder und Jugendliche sowie systemische Familientherapeutin. Während des Studiums war sie in verschiedenen Heimeinrichtungen tätig und absolvierte ein Anerkennungsjahr in der ambulanten Familienhilfe. Zur Zeit ist sie mit dem Aufbau einer eigenen Praxis beschäftigt.

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