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Pädagogik & Soziales

Katharina Krause

Trauer in der Grundschule: Der Umgang mit trauernden Kindern im Schulalltag

ISBN: 978-3-8428-9552-2

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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 04.2013
AuflagenNr.: 1
Seiten: 100
Abb.: 25
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

Wenn Kinder mit Tod und Trauer konfrontiert werden, tendieren erwachsene Bezugspersonen häufig dazu, sie vor der Auseinandersetzung mit diesen tabuisierten Themen zu beschützen. Doch was geschieht, wenn unvorhergesehene Ereignisse in die kindliche Alltagswelt hereinbrechen und einen Kontakt damit - sowohl zuhause als auch in der Schule - unvermeidbar mit sich bringen? Bereits die präventive Thematisierung ist eine pädagogische Herausforderung, doch der situative Kontext macht es besonders schwer, kindliche Trauer aufzugreifen und Hilfe in ihrer Bewältigung zu geben. Dabei ist gerade das wichtig, um Traumata zu vermeiden und Kindern die Chance zu geben, das Erlebte auf ihre Weise zu verarbeiten. Da nicht alle Kinder den familiären Rückhalt bekommen, den sie gerade in schwierigen Phasen bräuchten, kann die Schule für sie diesbezüglich eine entscheidende Institution darstellen. Das vorliegende Buch geht darauf ein, welche vorbeugenden Maßnahmen für Trauerereignisse den Lehrkräften zur Verfügung stehen und was in situativen Trauerkrisen unternommen werden kann, um Tabus aufzuheben und Kindern zu verdeutlichen, wie wichtig Trauer zur Verarbeitung von persönlichen Verlusten ist.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3, Die kindliche Konfrontation mit Tod und Trauer: ‘Helft Kindern, den Tod zu begreifen’ - Mit diesem Titel ruft der Fachverlag des deutschen Bestattungswesens dazu auf, den Kindern gegenüber die Existenz des Todes nicht länger zu verschweigen, sondern ihnen angemessen zu helfen, den Tod zu verstehen (Fachverlag 2007, Titelblatt). Eltern wollen ihre Kinder grundsätzlich beschützen, wozu unter anderem das Verschweigen unangenehmer Dinge gehört. Auch in Bezug auf Sterben und Tod werden Kinder häufig von Begegnungen und Gesprächen ausgegrenzt, um sie nicht damit zu belasten. Erwachsene finden es generell schwer, auf kindliche Äußerungen, die den Tod betreffen, angemessen zu reagieren und Antworten auf ihre Fragen zu finden, weswegen sie versuchen, solche Gesprächsthemen zu vermeiden (vgl. Specht-Tomann/ Tropper 2011, S. 8 f.). Ähnlich kann die Reaktion einzelner Lehrkräfte aussehen, die in der Schule mit dem Thema Tod konfrontiert werden, sei es durch einen schwerkranken Schüler in der Klasse oder durch persönliche Erfahrungen eines Schülers. Da mit Kindern Zukunft assoziiert wird, neigt der Erwachsene dazu, zu verdrängen, dass der Tod auch in der kindlichen Erfahrungswelt eine Rolle spielen kann. Jedoch brauchen gerade diese Kinder Unterstützung in ihrer Situation, da sie viele grundlegende Fragen diesbezüglich haben werden (vgl. Jennessen 2007, S. 2 f.). Um als Lehrkraft auf trauernde Kinder im Schulalltag eingehen zu können und ihnen ein guter Gesprächspartner zu sein, ist es hilfreich, sich darüber zu informieren, wie Kinder dem Tod gegenüberstehen, welche Vorstellungen sie davon haben und wie sie Trauer erleben. Dieses Hintergrundwissen vermitteln die Folgekapitel, bevor konkreter darauf eingegangen wird, inwiefern und auf welche Arten Tod im Alltag der Grundschule zum Thema werden kann. 3.1, Kinder und der Tod: Erwachsene sollten sich bei der Frage danach, ob mit Kindern über den Tod und alles damit Zusammenhängende gesprochen werden darf grundsätzlich vor Augen führen, dass diese häu-fig weitaus mehr Erfahrung haben, als vermutet, wie das folgende Zitat von Elisabeth Kübler-Ross verdeutlicht, die sich als Psychiaterin viel mit dem Tod und dem Umgang mit Sterben-den beschäftigte: ‘Es gibt Tausende von Kindern, die den Tod kennen, weit über das hinaus, was Erwachsene wissen. Erwachsene hören diesen Kindern vielleicht zu, gehen aber achselzuckend darüber hinweg. Sie meinen vielleicht, daß Kinder den Tod nicht begreifen, und weisen ihre Gedanken von sich. Doch eines Tages werden sie sich dieser Lehren erinnern, möglicherweise erst Jahrzehnte später, wenn sie ‚dem größten Feind‘ selbst ins Auge sehen. Dann werden sie erfahren, daß diese kleinen Kinder die weisesten Lehrer und sie die Neulinge und Schüler waren.’ (Kübler-Ross 1998, S. 11) Dieses Zitat zeigt, dass Kinder, in dem was sie bereits wissen oder zumindest zu verstehen vermögen, von ihren erwachsenen Bezugspersonen nicht unterschätzt werden sollten. Erwachsene rechtfertigen das Verdrängen und Verschweigen häufig damit, dass sie es den Kindern leichter machen möchten, doch im Endeffekt stellt sich hierbei die Frage, ob sie vielmehr selbst der Konfrontation aus dem Weg gehen möchten. Denn auch wenn das Thema übergangen und verleugnet wird, spüren Kinder dennoch, dass etwas nicht stimmt und beginnen zu phantasieren. Die dadurch entstehenden Bilder können wesentlich schlimmer sein als das, was in Wirklichkeit geschehen ist (vgl. Diakonisches Werk 2010, S. 18). Deswegen ist es für Kin-der von großer Bedeutung, dass sie in Bezug auf ihre Fragen zu Sterben und Tod ernst genommen werden. Ist dies nicht der Fall, verschließen sie sich und bleiben mit ihren Fragen alleine (vgl. Ennulat 2011, S. 18). Doch wie können es Erwachsene schaffen, mit betroffenen Kindern offen über den Tod zu sprechen - das Thema was auch in der Erwachsenenwelt häufig umgangen wird? Um in solchen Situationen angemessen zu reagieren, ist es wichtig zu hinterfragen, auf welche Art und Weise mit Kindern Gespräche über den Tod stattfinden können, wozu zusätzlich das Wissen darüber gehört, welche Todesvorstellungen Kinder im Grundschulalter in aller Regel haben. Die Auseinandersetzung hiermit ist auch für Lehrkräfte, die ihren Schülern die Möglichkeit des Gesprächs bieten wollen, unumgänglich. Aus diesem Grund wird in den folgenden Kapiteln aufgezeigt, welchen Weg Erwachsene selbst gehen sollten, um das Gespräch über Tod und Trauer zu ermöglichen und welche Vorerfahrungen Kinder dabei bereits haben können. 3.1.1, Die Auseinandersetzung der Begleitperson mit dem Tod: Bevor auf die Vorstellungen und Erfahrungen der Kinder zum Thema Tod und Sterben eingegangen wird, soll der Blick zunächst auf diejenigen gelenkt werden, die Kinder täglich begleiten und sich höchstwahrscheinlich der Aufgabe stellen müssen, Kindern Fragen dieses Thema betreffend zu reagieren. Ein großes Problem dabei wird darin liegen, dass viele eigene Fragen der erwachsenen Begleitpersonen noch unbeantwortet sind. Sie selbst durften früher eventuell keine Fragen stellen oder sie haben selbst aus verschiedenen Gründen nicht gefragt (vgl. Tausch-Flammer/ Bickel 2009, S. 19 f.). Um zu vermeiden, dass die Fragen der Kinder ebenso unbeantwortet bleiben wie die eigenen, ist die Bereitschaft zu einer individuellen inneren Auseinandersetzung mit Erfahrungen und Gefühlen somit nahezu unumgänglich. Dieser Prozess hilft, Gedanken über den Tod und das Sterben zu sortieren und somit offener damit umzugehen (vgl. ebd., S. 21). Die Leitfragen in Abbildung 3 von Tausch-Flammer und Bickel sind beispielhafte Fragen, die sich Erwachsene in der eigenen Auseinandersetzung mit diesem Thema stellen und gegebenenfalls schriftlich beantworten können:

Über den Autor

Katharina Krause, M.Ed., wurde 1989 in Simmern/Hunsrück geboren. Ihr Studium der Grundschulbildung mit den Fächerschwerpunkten Anglistik und Germanistik an der Universität Koblenz-Landau, Campus Koblenz, schloss sie im Jahre 2012 mit dem akademischen Grad Master of Education (Grundschulbildung) erfolgreich ab. Parallel zu den letzten Semestern ihres Studiums begann Katharina Krause eine einjährige Ausbildung zur ehrenamtlichen Mitarbeitern im Koblenzer Hospizverein, welche sie im Dezember 2012 abschloss. Dies brachte sie dazu, ihre Abschlussarbeit in diesem Bereich zu verankern und den Fokus auf kindliche Trauer im Schulalltag der Grundschule zu legen.

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