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Pädagogik & Soziales


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Produktart: Buch
Verlag: Diplomica Verlag
Erscheinungsdatum: 06.2015
AuflagenNr.: 1
Seiten: 80
Abb.: 24
Sprache: Deutsch
Einband: Paperback

Inhalt

17% Fettstoffwechselstörungen, 40 bis 60% Haltungsschäden und 20 bis 40% Übergewicht zeigen Schüler im Übergang von der Grundschule zur weiterführenden Schule im Jahr 2000 laut Ketelhuts Studie in der Deutschen Zeitschrift für Sportmedizin. Selbst wenn diese Daten vielleicht nicht immer aus repräsentativen Untersuchungen stammen und nicht zu vorschnellen Pauschalurteilen verleiten lassen sollten, weisen sie trotzdem auf eine Tendenz hin, die in dem vorliegenden Buch Thema sein soll: Durch ihre veränderte Spielkultur geraten viele Kinder in Bewegungsmangel. Besonders an zeitlichen Ressourcen fehlt es den Schulen, um dies auszugleichen, da die Verkürzung der Schulzeit im Rahmen von G8 und schlechte Ergebnisse in der PISA-Studie einen verstärkten Fokus auf das Lernen fordern. Trotzdem können Kindern hier zumindest Sportergänzungen und erste Schritte zu einem positiven Umgang mit Bewegung geboten werden, was auch die Konzentrations- und Leistungsfähigkeit der Schüler steigert. Modellversuche wie die Bewegte Schule in Niedersachsen oder das Projekt Bewegungsfreudige Schule NRW 2010 wollen in diesem Zusammenhang neben einer verstärkten sportlichen Betätigung der Schüler auch eine Veränderung der Schule zu einer kind-, lehrer- und lerngerechten Rhythmisierung des Unterrichts erzielen. Es geht also beispielsweise darum, die tägliche Bewegungszeit zu steigern, eine bewegungsgerechte Gestaltung des Schulhofs umzusetzen oder Spielgeräte in den Pausen für die Schüler bereitzustellen. Letzteres Konzept der Bewegten Pausen , das insbesondere Kindern der fünften bis achten Klasse zugedacht ist, soll in dieser Studie vertieft untersucht werden. Dafür wird ein theoretischer Rahmen zum Zusammenhang zwischen Lernen und Bewegung aufgestellt, um daran die Vorteile, Chancen und Grenzen des Projekts hervorzuheben und zu beleuchten, wie diese in den Schulalltag integriert werden können.

Leseprobe

Textprobe: Kapitel 3.1, Schulinterner Bedarf eines solchen Konzeptes: Das VPK in Rheinbach ist eine der letzten vier Jungengymnasien in Deutschland, wobei es eine Kooperation in der Oberstufe mit dem benachbarten Gymnasium gibt. Bereits im normalen Schulalltag unserer Schule wird sehr schnell deutlich, welch hohen Bewegungsdrang die meisten Jungen (vor allem in den unteren Klassen 5-8) zeigen. Für viele Jungen ist die Pause und damit die Möglichkeit zur Bewegung, zu kleineren Wettkämpfen und dem sportlichen Messen mit anderen Jungen ein besonderes Highlight ihres Schulalltages. Gerade bei Schülern der Klassen 5 und 6 ist spätestens gegen Ende der vierten Schulstunde deutlich bemerkbar, dass viele Jungen Bewegung brauchen, um den Kopf vom Unterrichtsgeschehen freizubekommen und somit auch wieder aufnahmefähig für weitere Unterrichtsinhalte zu werden. Darüber hinaus kann gerade an einer Jungeschule oftmals in den Pausen beobachtet werden, wie es zu kleineren handfesten Auseinandersetzungen zwischen den Jungen kommen kann. Auch hier könnte der Anreiz zu noch mehr sportlicher Betätigung beziehungsweise sinnvoller, aktiver Bewegung und der dabei entstehende Spaß am gemeinsamen Spiel eventuell ein wenig Abhilfe schaffen. Seit Beginn meines Referendariats ist mir jedoch aufgefallen, dass unsere Schule zwar dank seiner Internatsvergangenheit über ein recht großes Schulgelände mit zwei Wiesen und mehreren Schulhöfen verfügt, diese jedoch oftmals zu wenig Anreiz für sportliche Betätigungen bieten und auch von ästhetischer Seite her betrachtet Anlass für kreative und künstlerische Verschönerungen bieten. Diese Tatsache ist dann auch in einer Lehrerkonferenz zur Sprache gebracht worden und es hat sich ein Lehrer-Team gebildet, welches Ideen zur Verbesserung der Pausengestaltung an unserem Gymnasium überdenken wollte. Aufgrund der Tatsache, dass der ganz alltägliche Schulalltag neben dem normalen Unterricht und seiner Vorbereitung jedoch von allen Lehrern auch sonst viel verlangt, konnte dieses Pausengremium bisher noch nicht wirklich aktiv werden. Da ich jedoch von Anfang an von einem Mehrwert für unsere Schule und ganz konkret für unsere Schüler durch das Implementieren eines aktiveren Pausenangebots für die Schüler der Klassen 5-8 überzeugt gewesen bin, habe ich den Bedarf an einer Überarbeitung der Pausengestaltung ernst genommen und mir diesen ersten Schritt auf dem Weg unserer Schule zu einer Bewegten Schule als Grundlage für diese Hausarbeit zu eigen gemacht. 3.2, Erste Schritte: Bei einer ersten Bestandsaufnahme habe ich durch Erkundungen vor Ort und durch viele Gespräche mit Schülern, Kollegen und der Schulleitung eruiert, wie der derzeitige Ist-Stand in Sachen Gestaltung der Pausenhöfe, Spielmöglichkeiten, Nutzung verschiedener Räumlichkeiten (Schulhöfe, Wiesen, Sportplatz, gesonderte Räume usw.) und das Vorhandensein von Spielgeräten derzeit aussieht. Hierbei ist unter anderem herausgekommen, dass die Schule über zwei Schulhöfe und zwei Wiesen – von denen aber nur eine für die Schüler tatsächlich geöffnet ist – verfügt. Der größte Schulhof ist mit einem Basketballständer mit drei Körben und zwei Tischtennisplatten ausgestattet auf dem zweiten, etwas kleineren Schulhof befinden sich zusätzlich zwei weitere Tischtennisplatten. Auffällig war jedoch, dass mir aus Gesprächen mit mehreren Schülern bekannt war, dass viele Jungen in ihrer Freizeit aktiv Tischtennis und/oder Basketball spielen, die Basketballkörbe und Tischtennisplatten in den Pausen jedoch nur sehr unregelmäßig und vereinzelt genutzt werden. Auch dem Fußballspielen, einer Disziplin, in der nach wie vor viele unserer Schüler in diversen Schulmannschaft aktiv sind und dort auch etliche Erfolge verzeichnen, gingen wider Erwarten recht wenige Schüler in den Pausen nach. Auf die direkte Nachfrage bei einzelnen Schülern, warum dies so sei, beklagten viele Schüler, dass es sehr umständlich wäre, neben der alltäglichen Schlepperei an Büchern und Heften für den Unterricht auch noch Spielgeräte wie etwa Basket- und Fußbälle oder Tischtennisschläger den ganzen Tag mit sich zu tragen. Zudem fiel mir erneut deutlich ins Auge, wie kahl und grau doch das Schulgelände unserer Schule- abgesehen von ein paar kreativen Wandbemalungen verschiedener ehemaliger Abiturjahrgänge- wirkt. Ebenso ist zu konstatieren, dass unsere Schulhöfe meiner Meinung nach im Vergleich zu anderen Schulen über recht wenig Sitzmöglichkeiten oder Ruhezonen (Tische, Bänke, besondere Räumlichkeiten) verfügen. Bei allen Überlegungen und Planungen zur Umgestaltung des Pausenkonzeptes an unserem Gymnasium ist immer wieder deutlich geworden, dass solch ein Konzept nur Erfolg versprechend sein kann, wenn ein reger Austausch zwischen allen Beteiligten, also Schülern, Lehrern, der Schulleitung und dem weiteren Schulpersonal (z. B. Hausmeister, Sekretariat) besteht. Da nur die Schülermeinungen in einer Fragebogenerhebung (s. 3.3) eruiert worden sind, habe ich mit den anderen Beteiligten ausgiebige und regelmäßige Gespräche geführt. Nahezu alle Kollegen (inkl. der Schulleitung) unserer Schule standen einer Neugestaltung des derzeitigen Pausenkonzeptes an unserem Gymnasium von Anfang an positiv gegenüber und sicherten ihre Unterstützung zu. Um einen guten Überblick und Anregungen zu den verschiedenen Möglichkeiten einer aktiven Pausengestaltung zu erhalten, habe ich auch frühzeitig Kontakt zu anderen Gymnasien in der näheren Umgebung aufgenommen, die- wie ich durch meine Internetrecherchen zu diesem Thema festgestellt habe- bereits seit längerem ein aktives Pausenkonzept an ihren Schulen erproben. Vor allem an zwei Gymnasien in Köln und Leverkusen habe ich mehrfach die Gelegenheit erhalten mich vor Ort umzuschauen, mir das Pausengeschehen einmal live anzusehen und mir bei den verantwortlichen Lehrern gute Tipps für die Implementierung eines solchen Konzeptes an unsere Schule in Rheinbach zu holen, auch Unsicherheiten zu klären und mir offene Fragen beantworten zu lassen. 3.3, Durchführung einer Fragebogenerhebung: Aufgrund meiner bereits erwähnten eigenen Beobachtungen und diverser Gespräche mit Schülern und Kollegen zur Pausenaktivität an unserem Gymnasium und mit anderen Schulen zu deren Erfahrungen mit aktiven Pausenkonzepten ist es dann zu der Erstellung des Schülerfragebogens (s. Anhang B) gekommen. Hierbei ging es darum festzustellen, wie die derzeitige Pausengestaltung unserer Schüler der Klassen 5-8 aussieht und welche Veränderungen sich die Schüler diesbezüglich wünschen würden. Hierfür sind jeweils drei Klassen der Stufen 5-8, insgesamt 325 Schüler, befragt worden. Um sicherzustellen, dass die Fragebögen gewissenhaft ausgefüllt werden, ist im Vorfeld mit den Klassenlehrern der betroffenen Klassen vereinbart worden, dass den Schüler ausreichend Zeit zum Überdenken und Ausfüllen der Fragebögen gegeben wird. Bei weiteren Fragen oder Unklarheiten konnten die Schüler sich zudem jederzeit an mich wenden. Bei dem Umfang des Fragebogens von zwei Din-A4-Seiten ist berücksichtigt worden, dass zu lange Fragebögen gerade bei jüngeren Schülern oftmals nicht intensiv genug ausgefüllt werden und die erzeugte Informationsflut zu Schwierigkeiten beim Ausfüllen und Auswerten führen kann. Ebenso ist auch bei der Formulierung der Fragen auf eine möglichst präzise Fragestellung, die für Schüler der Klassen 5-8 gut verständlich sein müsste, geachtet worden. Um den Schülern Anregungen zu geben, welche Aktivitäten in den Schulhofpausen möglich wären, den Schülern aber dennoch die Möglichkeit zu bieten eigene individuelle Wünsche zu äußern, ohne sie dabei in eine bestimmte Richtung zu lenken, gibt es in diesem Fragebogen eine Mischung aus geschlossenen und offene Fragen. Konkret bedeutet dies, dass die Schüler bei jeder Frage die Möglichkeit haben neben einer Auswahl vorgegebener Antwortmöglichkeiten auch eigene Vorschläge anzugeben. Für den Fall, dass einige Jungen noch weitere Anregungen oder Ideen zur Gestaltung der Bewegten Pausen an unserer Schule haben, die bisher nicht in diesem Fragebogen berücksichtigt worden sind, bietet der letzte Punkt 5 des Fragebogens ( Wünsche/ Anregungen ) Gelegenheit diese zu äußern. Da mir jedoch bewusst ist, dass die komplexe Wirklichkeit sich nicht mit einem Instrument vollständig abbilden lässt, sind neben den Fragebögen auch weiterhin kontinuierlich persönliche Gespräche mit Schülern, Kollegen und der Schulleitung geführt worden (und werden nach wie vor geführt).

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